Profilbild des Künstlers Michiel Folkers von Kollektion Wiedemann.

Michiel Folkers

„Das Chaos muss freundlich und ruhig sein.“

Michiel Folkers, auch bekannt als Gieler, begann Ende der 1990er Jahre in der Graffiti-Szene aktiv zu werden. Seine Leidenschaft galt dem Sprayen von Buchstaben, und er widmete sich jahrelang dieser Kunstform. Mit zunehmendem Alter jedoch und dem Bedürfnis nach mehr Reife und einem Ende der damit verbundenen Auseinandersetzungen wandelte sich sein Interesse langsam von Graffiti zur Streetart. Der freundlichere und weniger illegale Charakter der Streetart zog Michiel immer mehr an. Zudem erkannte er, dass das Arbeiten mit Schablonen eine bessere Technik war, um mehr Details in kürzerer Zeit umzusetzen.

Neben dem Besprühen von Wänden begann Michiel auch auf Leinwand zu experimentieren. Seine erste Serie trug den Titel »Anti-Helden« und porträtierte B-Prominente sowie berühmte Persönlichkeiten aus Holland. Obwohl seine Kunst dadurch Aufmerksamkeit erregte, war ihm bewusst, dass nur wenige Menschen bereit wären, ein Bild eines B-Prominenten aus Holland an ihre Wand zu hängen. Michiel spürte auch, dass der Schablonenstil seinen Höhepunkt erreicht hatte, und begann daher langsam mit neuen Techniken zu experimentieren, darunter die Collage.

In Holland gibt es mehr Festivals als Fahrräder. Diese Festivals werben oft mit auffälligen Plakaten an den Wänden. Michiel interessierte sich nicht nur für die Graffiti-Kunst, die oft über diese Plakate gesprüht wurde, sondern war auch von der Ästhetik der Plakate selbst fasziniert. Er betrachtete aufmerksam diese »Collagen-Wände« und empfand sie oft als würdig für den Museumsraum. Diese Beobachtungen inspirierten ihn dazu, Plakate von den verschmutzten Wänden Amsterdams zu sammeln und in seine Kunstwerke einzubinden. Diese Straßenplakate verliehen seinen Werken einen authentischen und lebendigen Charakter, da sie oft schmutzig, ausgebleicht und zerkratzt waren. Von beschädigten Festivalplakaten bis hin zu »Finde-meine-Katze-Flyern« verwendete Michiel alles, was eine ansprechende Farbpalette hatte.

In Michiels Werken sind oft erkennbare Ikonen zu sehen, meistens Frauen, aber auch berühmte und weniger bekannte Comics. Seit 2017 hat er vermehrt abstrakte Kunst geschaffen. Trotz des scheinbaren Chaos' in seinen Werken bemüht er sich immer darum, eine gewisse Ordnung in Farbpalette und Platzierung zu finden, indem er mit Rastern arbeitet und seine Farbauswahl einschränkt. Er strebt immer danach, aus den verschiedenen Elementen ein völlig neues Bild entstehen zu lassen und den Betrachter dazu zu bringen, nicht nur die einzelnen Teile, sondern das Gesamtbild wahrzunehmen und zu erfassen. Dabei experimentiert Michiel oft mit verschiedenen Farbkombinationen in seinen Werken. Das Faszinierende an seiner Technik ist, dass er gezwungen ist, die Farbkombinationen zu verwenden, die ihm die Straßen bieten.
Neben der Verwendung von alten Straßenplakaten setzt Michiel auch gerne auf andere alte Materialien wie beschädigte Pinsel, abgenutzte Stanley-Messer oder andere gebrauchte und mitunter kaputte Werkzeuge. Indem er mit diesen älteren Werkzeugen arbeitet, erzielt er oft überraschende Ergebnisse und seine Kreationen werden einzigartiger als wenn er sich strikt an die Regeln halten würde. Zusätzlich zu den Plakaten arbeitet Michiel auch weiterhin mit Sprühfarbe und Schablonen und nutzt häufig die Technik des Siebdrucks. Er scheut sich nicht davor, verschiedene Techniken zu kombinieren, um seine Leinwände wie Stadtmauern aussehen zu lassen.
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Seit 2017 reist er vermehrt in verschiedene Städte weltweit, um ausländische Plakate in seine Kunstwerke einzubeziehen. Sein Plan für die nahe Zukunft ist es, so viele Länder wie möglich zu besuchen, um die unterschiedlichen Straßenatmosphären auf Leinwand festzuhalten und einzufangen. Er möchte die Vielfalt und Energie der Straßen in seinen Werken reflektieren und dadurch neue kreative Impulse gewinnen. 

Umfangreiche Informationen über Michiel Folkers und seine faszinierende Kunstwelt erhalten Sie auf seiner Internetseite.